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24 Stunden Pflegekräfte

Umgang mit Pflegebedürftigen und Pflegetagebuch

Fachpersonal fällt der Umgang mit pflegebedürftigen Personen meist leichter als nahen Angehörigen. Der Grund dafür ist nicht die spezielle Ausbildung, sondern der professionelle Abstand, den die Pflegekräfte wahren können. Ihnen gelingt es meist, die Arbeit nicht mit nach Hause mitzunehmen.

Als Angehöriger haben Sie diese Möglichkeit nicht. Aber auch Sie können die Rollen neu verteilen und so für sich professionelle Bereiche schaffen, in denen die Pflege stattfinden kann. Außerhalb dieser Bereiche können Sie Ihr eigenes Leben führen.

Beginnen Sie möglichst früh ein Pflegetagebuch, in dem Sie alles notieren, was für Sie und die Pflege wichtig ist. Das sollte schon vor der ersten Begutachtung durch den Medizinischen Dienst beginnen, denn erfahrungsgemäß helfen die Eintragun­gen, wann bei welchen Tätigkeiten Hilfe geleistet wurde bei der Beurteilung. Die Mitarbeiter der Krankenkassen müssen sich dann nicht auf den stichprobenartigen Eindruck verlassen, der leicht verfälscht sein kann. Das kann daran liegen, dass die pflegebedürftige Person einen besonders guten oder schlechten Tag hatte, oder auch daran, dass sie sich in Anwesenheit des Prüfers nicht natürlich verhält.

Ein heikles Thema ist der Umzug in ein Pflegeheim. Machen Sie ihrem Angehöri­ gen klar, dass dieser Umzug medizinisch notwendig ist und nicht dazu dienen soll ihn abzuschieben. Sie müssen Ihren beruhigenden Worten danach aber auch Taten folgen lassen: Holen Sie Ihren Angehörigen so oft wie möglich zu sich nach Hause, besuchen Sie ihn regelmäßig und lassen Sie den Kontakt nicht abreißen.

Wenn Sie auf hartnäckige Probleme stoßen, sollten Sie sich an eine Vertrauensper­ son wenden oder Anschluss an eine Selbsthilfegruppe suchen. Wenn es bei Ihnen vor Ort keine gibt, werden Sie im Internet fündig.

Umgang mit Demenzkranken

Demenz verursacht eine Veränderung der Persönlichkeit. Das sorgt für Konflikte und führt zu Situationen, auf die man sich nicht vorbereiten  kann.  Irgendwann  kommt jeder pflegende Angehörige an den Punkt, an dem er davon überfordert ist. Versuchen Sie deshalb die Objektivität zu bewahren und sich Hilfe zu suchen, wenn Sie diese brauchen.

Sie müssen sich im Klaren darüber sein,  dass  sich  Demenz  nicht  heilen  lässt  und sich über einen langen Zeitraum hinziehen kann. Um nicht das Gefühl zu haben  ge­ gen Windmühlen zu kämpfen, sollten Sie für sich einen Sinn in Ihrer Pflegetätigkeit finden. Das kann die Dankbarkeit gegenüber einem Elternteil sein, Ihr  Pflichtbedürf­ nis oder Nächstenliebe.

In der Pflege einer dementen Person wird die  Frage auftauchen,  was einen  Men­schen ausmacht und was von ihm übrig bleibt. Vermeintliche Freunde werden sich abwenden und der Besitz aufgebraucht, aber dennoch bleibt von jedem Menschen etwas zurück, ohne das die Welt etwas ärmer wäre. Dieses Etwas sollten Sie mit Ihrer Pflegetätigkeit ehren.

Es gibt aber auch ganz konkret einiges, was Sie im Umgang mit Demenzkranken beachten können: Versuchen Sie den Demenzkranken kognitiv  zu fördern,  stimu­ lieren Sie das Gedächtnis durch Erinnerungsarbeit. Formulieren Sie Aussagen und Fragen klar und einfach. Wiederholen Sie diese ruhig  öfter.  Stellen  Sie  Fragen,  die mit Ja oder Nein beantwortet werden können, und lassen Sie dem Dementen Zeit für die Antwort.

Stellen Sie mit Blicken oder Berührungen Kontakt her und verbinden Sie das, was Sie sagen, wenn möglich mit bestimmten Richtungen  oder  Gegenständen.  Zeigen  Sie zum Beispiel zum Badezimmer, wenn Sie sagen „Wir gehen jetzt ins Badezimmer".

Kündigen Sie Ereignisse möglichst frühzeitig an. Wenn zum Beispiel jeden Montag­ nachmittag die Körperpflege ansteht, dann können Sie schon am Morgen entspre­chende Bilder an der Badezimmertür oder in der Wohnung befestigen oder einen Schwamm neben das Bett legen.

Da das Gedächtnis nicht mehr richtig funktioniert, brauchen Demente Unterstützung durch Gedächtnishilfen:

  • Liste mit Telefonnummern
  • Beschriftungen und Symbole an Türen und Schubladen
  • Checklisten und automatische Erinnerungen an tägliche Aufgaben
  • Geräte, die sich automatisch ein- und ausschalten

Demenzkranke haben Schwierigkeiten sich zu orientieren. Schlimmstenfalls verlas­ sen sie die Wohnung und irren hilflos herum. Aber auch in den eigenen vier Wändensollten zusätzliche Orientierungshilfen angeboten werden. Sie dürfen aber nicht als störend empfunden werden. Piktogramme, die den Weg weisen, haben sich vielfach bewährt. Ein Symbol von einer Dusche oder einem WC an der Badezimmertür hilft ebenfalls. Besonders bewährt hat sich die Farbe Rot zum Beispiel auch als Umran­dung des Waschbeckens, das dadurch für den Kranken wieder sichtbar wird. Am besten ist aber, wenn Sie die Gelegenheit haben zusammen mit Ihrem Angehöri­gen ein individuell angepasstes System zu entwickeln.

Zuletzt müssen Gefahrenquellen aus der  Wohnung  entfernt  werden.  Dabei  handelt es sich neben spitzen Kanten, Stolperfallen, wie Teppiche und bestimmte Gegen­stände, auch um alles, was in der Wahrnehmung des Dementen bedrohlich oder er­ schreckend wirken kann: Spiegel, dunkle Ecken, blinkende Lichter oder unerklärliche Geräusche. Da kann schon die Leuchtreklame vom Laden  auf  der  gegenüberliegen­ den Straßenseite zum Problem werden.

Wenn Sie sorgfältig das Verhalten der dementen Person beobachten, bekommen Sie ein Gefühl dafür, was geändert werden sollte.

Aber auch hier gilt: Zu viele Veränderungen auf einmal überfordern nur.

Kosten für die häusliche Pflege

Mit welchen Kosten Sie bei der häuslichen Pflege rechnen müssen, hängt ganz von den individuellen Umständen ab. In leichten Fällen ist es vielleicht nur ein Ver­dienstausfall von wenigen Stunden in der Woche, während gravierende Fälle die Unterbringung in einem Pflegeheim mit Betreuung rund um die Uhr erfordern.

Die finanziellen Hilfen können die tatsächlichen Kosten meist nur teilweise auffan­gen. Ein Beispiel: Wenn Sie bei Pflegegrad 2 ein Pflegegeld von 316 Euro bekommen und als zusätzliche Hilfe tageweise eine Pflegekraft einstellen, die ca. 1.500 Euro kostet, dann müssen Sie über 1.200 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Erfahrungs­gemäß steigen die Beträge für regelmäßige Ausgaben, je länger sich eine Pflege­ bedürftigkeit hinzieht. Dazu kommen die anfänglichen Investitionen für Umbauten oder medizinische Anschaffungen.

Der finanzielle Druck wirkt  sich negativ auf die  Pflegequalität aus.  Selbst  wenn  man es nicht möchte, wird man quasi gezwungen, einen alten Menschen als Kostenfaktor zu sehen, bei dem man, wo es nur geht, einsparen muss.

Sorgen Sie möglichst frühzeitig vor, damit es nicht so weit kommen kann.

Tod eines Angehörigen

Wie man sich emotional schützt, wenn ein lieber Angehöriger stirbt, und was man danach beachten muss, müsste eigens ausführlich behandelt werden, darf aber bei diesen Hinweisen zur Seniorenpflege nicht fehlen.

Denn wie die Altenpflege bringt ein Todesfall vielfältige Belastungen mit sich: emo­tional, organisatorisch und finanziell.

Egal wie unangenehm das Thema auch ist: Es gehört zum Leben mit dazu und Sie werden leichter damit umgehen können, wenn Sie sich frühzeitig Gedanken darüber machen und vorsorgen.

Auch wenn Ihr Angehöriger sich ein schlichtes Begräbnis gewünscht hat, kommen einige Kosten auf Sie zu: Gebühren für die Aufbewahrung der Leiche im Kranken­haus, die Überführung an das Begräbnisunternehmen, die Ausstellung des Toten­scheins, Sterbeurkunden, Begräbniskosten und so weiter.

Zusammengerechnet müssen Sie mindestens mit Kosten von 4.000 bis 5.000 Euro rechnen.

Um diesen Betrag aufzufangen, sollten Sie die entsprechende Summe beiseitelegen oder eine Versicherung (Sterbegeldversicherung, Lebensversicherung) abschließen. Erkundigen Sie sich, ob Ihre Angehörigen Vorsorge für den  Fall  ihres  Todes getrof­fen haben und welche Wünsche sie für das Begräbnis haben.

Die nächsten Angehörigen sind gesetzlich verpflichtet, sich um die Beerdigung zu kümmern, die Kosten dafür muss aber der Erbe übernehmen. Dadurch können sich Konflikte ergeben, wenn wichtige Fragen nicht im Vorfeld geklärt werden.